Ellenz-Poltersdorf gedenkt dem Hl. Sebastian

Vom 24.-27. Januar 2014 feiern die Ellenz-Poltersdorfer wieder das traditionelle Sebastianusfest, das in Form eines kirschlichen Triduums begangen wird. Höhepunkt des Festes sind das feierliche Hochamt am Sonntag um 14.30 Uhr, das von mehreren Priestern konzelebriert wird und die anschließende Prozession zur St. Sebastianuskapelle. Danach lädt der Kirchenchor zu Kaffee und Kuchen im Pfarrhaus ein.

Das Fest hat seine Ursprünge im Dreißigjährigen Krieg. Damals litten die Menschen in Dörfern und Städten unendliche Not. Plünderungen vernichteten Ernten und Ersparnisse. Drangsalierungen der Soldateska und niedergebrannte Häuser machten das Leben zur Qual, viele Menschen starben einen elendigen Tod.

 

Hinzu kamen Pest und andere Seuchen mit ver­heer­en­den Folgen für die Bevölkerung. 1624 wurde auch Ellenz-Polters­dorf von einer schweren Pest­epidemie heimgesucht.

Zum Dank für die Befreiung von der Seuche, gelobten die Bürger dem Märtyrer und Pest­heiligen Sebastian eine Kapelle zu er­richten und jährlich seinen Ge­denk­tag am 20. Januar feierlich zu begehen. Die 1635 durch den Trierer Weihbischof Otto Sen­heim konsekrierte Kapelle und das Sebastianusfest standen zu­nächst unter dem Patronat der Grafen von Metternich-Beilstein. Spätestens 1701 gründete man die bis heute bestehende St. Se­bastianus-Bruders­chaft um das Gelübde von 1624 lebendig zu erhalten. Aus dieser Zeit erhalten sind das alte Bruder­schafts­buch, die Worte des Gelöbnisses sowie drei Gebets­mei­nungen.

In das Bruderschaftsbuch tragen sich jährlich am Ende des Festes die Kommunionkinder sowie An­­ver­wandte und Freunde der Brudermeister ein. So finden sich darin auch die Namen vieler Frauen und Männer der um­lie­genden Ort­schaften wieder. Auf­gabe der Bruderschaft ist es, das Gelübde unserer Vor­fahren auch in unserer schnell­­lebigen Zeit weiter­zu­führen. Reprä­sentiert wird die Bruder­schaft dabei durch zwei Bruder­mei­ster­fa­milien, eine aus Ellenz und eine aus Polters­dorf, die alle zwei Jahre neu bestimmt werden und das Fest abwechselnd aus­richten. So werden die Tradi­tionen des Festes und das Bru­der­­schafts­buch von Jahr zu Jahr weiter­geben.

Fest­pre­diger ist in diesem Jahr der Cochemer Pfarrer, Herr Markus Arndt, der in drei Predigten zum Glauben in der heutigen Zeit spricht. Mag auch die Pest ihren Schrecken ver­loren haben, so gibt es doch viele andere Sorgen, die Leib und Seele bedrohen und in denen sich die Gläubigen an Gott wen­den. Pfarrer Arndt und die Bru­der­­meisterfamilien freuen sich über eine rege Anteil­nahme an den Feierlichkeiten. Hierzu sind alle aus Nah und Fern herzlich eingeladen.

Festablauf



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