Die Ritter von Ellenz

Ein Ellenzer Ministerialengeschlecht (Ministerialen oder Dienstmannen waren Amtswalter, die erst allmählich in den Niederadel aufstiegen) wird erstmals 1163 erwähnt. In diesem Jahr erscheinen Johannes und Wizlewe de Elenzen als Zeugen in einem Vergleich der Abtei Steinfeld und des Stifts Karden betreffend den Zehnten in der Pfarrei Ellenz. 1166 pachtet Wizleve von Elenze 8 Weingärten zu Ellenz vom Stift St. Severin zu Köln.  Schon um 1100 wird mehrmals ein Emmicho von Poltersdorf als Zeuge in verschiedenen Urkunden aufgeführt. Die Ritter von Ellenz waren vermutlich die Verwalter des örtlichen Königshofes. 1379 erwähntes festes Haus lag unterhalb der alten Kirche in unmittelbarer Nähe des heutigen Warsberger Burghauses im Distrikt auf der Burg. Sie führten ein gerautetes Schild als Wappen, das sich erstmals 1347 bei Johann (IV.) nachweisen lässt. Das Wappen erinnert stark an das der Ritter von Ulmen und könnte wie dieses und andere Rautensiegel auf das königliche Ministerialenumfeld der Grafen von Virneburg zurückzuführen sein. Für eine Verwandtschaft mit den Herren von Ulmen mögen auch die Kreuzpartikel im Besitz der Familie von Warsberg - den Erben der Ritter von Ellenz - sprechen, die auf Heinrich von Ulmen zurückgeführt werden. Vielleicht machte er sie 1204, nach seiner Rückkehr aus dem heiligen Land, Theoderich von Ellenz zum Geschenk. Jedenfalls dürfte das Ellenzer Rittergeschlecht der königlichen Dienstmannenschaft entstammen. Nach dem Ellenz-Poltersdorf 1309 seine Reichsunmittelbarkeit eingebüßt hatte, verlagerten die Ritter ihre Machtinteressen zunehmend in den Saargau und nach Lothringen. Dort gelangten sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Erbvögte von Wincheringen und Obervögte von Freisdorf zu einiger Bedeutung und Wohlstand. Sie stellten mehrere Saarburger Amtmänner. Hervorzuheben ist Johann (V.) der seit spätestens 1379 bis zu seinem Tod um 1390 das im Brennpunkt kurfürstlicher und städtischer Interessen gelegene Amt des Oberschultheißen von Trier bekleidete. 1473 erlischt mit Fulker (III.) die Hauptlinie der Ritter von Ellenz im Mannesstamm. Der mit der Erbtochter Margarethe von Ellenz verheiratete Heinrich von Warsberg, luxemburgischer Justitier und Amtmann zu Grevenmacher, übernimmt den Familienbesitz und lässt in Ellenz ein neues Burghaus, die sogenannte „Warsburg“, errichten.

(Verfasser: Michael Hermes)