Viertklässler auf den Spuren des historischen Nachtwächters in Ellenz-Poltersdorf

...vor dem Burghaus

Wenn es dunkel wird in Ellenz-Poltersdorf, kann man ab und an den Nachtwächter unterwegs in den Straßen und Gassen sehen.

Früher war es die Aufgabe des Nachtwächters, nachts durch die Straßen der Städte und Dörfer zu gehen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er warnte die schlafende Bürgerschaft vor Feuern, Feinden und Dieben und überwachte das ordnungsgemäße Verschließen der Hauseingänge.

 

Empfang der Viertklässler...Heute ist der Rundgang des Nachtwächters eine rein touristische Attraktion und ein attraktives Rahmenprogramm der historischen Ortserkundung.


Für die Viertklässler der St. Sebastianus Grundschule war es aber in der vergangenen Woche viel mehr, als nur ein geschichtlicher Ortsrundgang. Bestückt mit kleinen Laternen wurden die Kinder von ihrer Nachtwächterin, Ute Schneider, in die Geheimnisse der Doppelgemeinde eingeführt. Die Grundschüler staunten nicht schlecht welche Bedeutungen doch an vielen Hausfassaden zu entdecken und welche Spuren der alten Zeiten auch heute noch sichtbar sind, wenn man nur mit offenen Augen durch den Ort geht. Auch die eine oder andere Verbundenheit in der eigenen Familiengeschichte öffnete bei den jungen Zuhörern Augen und Ohren.


Start für die Kinder und Ihre beiden Lehrerinnen Frau Wickert und Frau Koschitzky war die sogenannte „Warsburg" – diese fällt im Ortskern sofort durch den besonders hohen Kamin ins Auge. Das Burghaus Warsberg, wie es korrekt heißt, soll um 1470 durch Heinrich von Warsberg und Margarethe von Ellenz, der Erbtochter der Ritter von Ellenz, errichtet worden sein. Am Kamin erkennt man noch die ursprüngliche Putzkante des Hauses. Der jetzt zweigeschossige Bau besaß früher ein drittes Stockwerk. Darüber erhob sich ein mächtiges und steiles Satteldach, mit drei Dachgeschossen. Der Dachfirst verlief ursprünglich genau in entgegen gesetzter Richtung nach Westen und Osten.


Weiter über das Rathaus, die St. Sebastianus-Kapelle entlang am Moselufer bis hin nach Poltersdorf wurde es um die Gruppe langsam dämmerig und die Laternen erfüllten den kleinen „Nachteulen“ ihren Zweck.

Der krönende Abschluss und das absolute Highlight der Exkursion war die Besichtigung des alten Schulgebäudes im Ortsteil Poltersdorf. Ute Schneider hatte es möglich gemacht, die Kinder einen Blick in das Innere des Gebäudes werfen zu lassen. Die im Jahre 1864/65 errichtete alte Schule mit Backes und Spritzenhaus befindet sich heute in Privatbesitz und beherbergt im Erdgeschoss eine private Sammlung an historischem Schulinventar und Zubehör des Besitzerehepaares. Von alten Schulbänken, Fotos, Schiefertafeln, Zeichnungen, Kartenmaterialien bis hin zum Schuhwerk der damaligen Zeit konnten sich die jungen Besucher ein Bild machen über längst vergangene Schultage.


Ein Erlebnis an das die Schüler noch lange zurückdenken werden und mit dem die vierjährige Grundschulzeit einen wunderbaren Abschluss findet.

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